Anleitung: Rasenerneuerung ohne Fräsen
Eine Rasenerneuerung ohne Fräsen ist ideal, wenn der bestehende Rasen stark nachgelassen hat, aber der Untergrund grundsätzlich noch in Ordnung ist. Sie ist deutlich kostengünstiger als eine komplette Neuanlage (z. B. mit Rollrasen) und liefert bei richtiger Durchführung hervorragende Ergebnisse.
Eine Rasenerneuerung bietet sich an, wenn:
der Rasen lückig ist (mehr Wiese als Rasen)
viel Unkraut oder Moos vorhanden ist
du dir einen dichten, sattgrünen Rasenteppich wünschst
eine Revitalisierung des Bestandsrasens nötig ist
Rasenerneuerung – Schritt für Schritt
1. Vorbereitung (ca. 3 Wochen vorher)
pH-Wert prüfen
Eine Bodenprobe zeigt, ob der Boden zu sauer ist. Moos ist häufig ein Hinweis auf einen niedrigen pH-Wert.
Bei saurem Boden sollte über 2 Jahre mit 3 Kalkgaben pro Jahr gearbeitet werden, um den pH-Wert zu stabilisieren.Optional: professionelle Bodenanalyse
Liefert nicht nur den pH-Wert, sondern auch einen individuellen Düngeplan, damit der Rasen langfristig dicht und vital wird.
2. Unkraut entfernen
Bei starkem Befall: gesamte Fläche behandeln
Bei punktuellem Befall: nur Teilflächen behandeln
Nach dem Absterben des Unkrauts mit dem nächsten Schritt fortfahren
3. Rasen vorbereiten
Rasen sehr kurz mähen (je kürzer, desto besser)
Schnittgut vollständig entfernen
Abgestorbenes Material, Moos, Rasenfilz und Unkrautreste beseitigen
Fläche längs und quer lüften oder vertikutieren
→ Vertikutieren ist hier meist effektiverMesser so einstellen, dass sie ca. 2–3 mm in den Boden schneiden
Nach diesem Schritt wirkt die Fläche oft sehr kahl – das ist normal und gewollt.
Rasenerneuerung / Rasensanierung
4. Saat und Aufbau
Rasensamen gleichmäßig kreuz und quer ausbringen (per Hand, Kartonöffnung, Streuer oder Granomax)
Anschließend eine ca. 5 mm dünne Schicht Rasenerde (Rasen- oder Sandsubstrat) aufbringen
Wichtig: Samen müssen Bodenkontakt haben
Bio-Rasendünger als Starterdünger ausbringen → ca. 30–50 g/m²
5. Bewässerung
Fläche in den ersten 14–20 Tagen dauerhaft feucht halten
4–5× täglich kurz wässern
Nicht austrocknen lassen – Keimung ist in dieser Phase entscheidend
Zusätzliche Profi-Tipps
Wassermanager
Nach dem Vertikutieren und vor der Einsaat einarbeiten.
Er speichert Wasser dauerhaft im Boden und gibt es langsam wieder ab – ideal für die Keimphase.Rasenbelüfter
Liefert wertvolle Mikroorganismen und sorgt für eine hohe Bodenaktivität und schnelles Wurzelwachstum.
Der erste Rasenschnitt & Pflege danach
Erster Schnitt bei 5–10 cm Wuchshöhe
Zunächst nur die Spitzen schneiden
Danach 1–2× pro Woche mähen
Immer nur max. ⅓ der Halmlänge schneiden
Schnitthöhe schrittweise auf die gewünschte Höhe absenken
Düngung:
Nach dem ersten Mähen alle 8 Wochen mit Langzeitdünger versorgen
Kalken:
Bei saurem Boden 2–3× pro Jahr, abhängig von der Bodenanalyse
